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Donnerhall und Klanggespinste

„Trommeln für DIE KUGEL“ war das künstlerische Statement des AK Gaskugel zum Tag des offenen Denkmals am 10. September, der genau genommen wieder ein Tag des geschlossenen Denkmals war, denn die Badenova öffnete das Gaskugelgelände auch dieses Jahr nicht. So traten die sechs Schlagzeuger/innen der Hochschule für Musik bei den benachbarten Tennisanlagen der SFE Freiburg auf.


Sie eröffneten ihr Konzert mit dem Stück „Thors Ode“ und mit krachendem Donnerhall, erzeugt durch sechs Donnerbleche und große Trommeln. Es ist die jüngste Komposition von Professor Bernhard Wulff, der das Schlagzeugensemble der Hochschule für Musik vor fünfzig Jahren gegründet hatte und sich den Auftritt von Davíd Auli Morales und seinen Kommilitonen nicht entgehen ließ.


Die fünf Musiker und eine Musikerin haben sich im Halbkreis aufgestellt, so dass die Klänge und Rhythmen das Publikum umfingen. Leisere, teilweise kaum hörbare Töne und fein gesponnene Klanggespinste zogen es in anderen Stücken, etwa von James Tenney, in ihren Bann. Zum Einsatz kamen weitere Instrumente wie Zang, kleine Becken, oder die bekannteren Djemben, westafrikanische, mit Fell bespannte Trommeln. Wie eine Ausdehnung der Zeit wirkte ein Stück, das allein mit sechs Triangeln gespielt wurde. Da bekamen Nebengeräusche wie das Krähen eines Hahnes eine neue Aufmerksamkeit. In ihrer Zugabe überraschte das Ensemble sein Publikum mit einer rein vokalen Aufführung.


„Trommeln für DIE KUGEL“ war auch ein politisches Statement, ein aktueller Appell an den Gemeinderat und alle Verantwortlichen bei der Stadt Freiburg. Ende Mai hat Baubürgermeister Professor Haag zugesagt, dass er derzeit die möglichen Nutzungen der Gaskugel und des Grundstücks prüft. Die Entscheidung hierüber ist für Herbst vorgesehen.


Das Konzept ist bekannt: Wir wollen da rein! Seit vier Jahren gibt es das Bürgerprojekt DIE KUGEL. An der Gaskugel soll ein Ausflugsziel entstehen, und das imposante Industriedenkmal mit seiner besonderen Akustik soll auch von innen erlebbar werden. Die Zeit drängt, denn der Rost knabbert an der Eisenhülle.


Bild: Etwa 120 Zuhörer/innen lauschten dem Schlagzeugensemble. © Foto: AK Gaskugel



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