WAHRZEICHEN

Es ist gut, dass die Gaskugel 2019 vom Netz genommen wurde, das erleichtert viele Betzenhausener/innen. Die seit dem Bau immer latent mitschwingende Sorge um eine mögliche Gefahr, die von dem Gasbehälter ausgehen könnte, ist mit der Stilllegung ausgeräumt. Doch nicht nur deshalb, sondern auch wegen seiner großen Dimensionen war das technische Bauwerk seinerzeit bitter angefeindet und als „Ungetüm“ oder gar „apokalyptisches Ungeheuer“ beschimpft worden, wie der Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde dokumentiert hat.
 

Doch längst ist die Kugel zum Wahrzeichen geworden, sie markiert weithin sichtbar den Freiburger Westen und prägt das Stadtbild Freiburgs mit. Die Bürger/innen haben sich an die über 35 Meter hohe Kugel in den vergangenen fünf Jahrzehnten gewöhnt, ist sie doch – anders als die zylindrisch gebauten Gasometer – mit ihrer perfekten und höchst ästhetischen Kugelform, ihrer filigranen V-förmig aufgeständerten Stützkonstruktion und ihrer glatten, neutralen Oberfläche ausgesprochen formschön. Die Bemalung mit einer Windrose hat die Berliner Künstlerin Aiga Müller gestaltet, die 1971 Meisterschülerin bei Peter Dreher war.
 

Schon seit dem Ende des 20. Jahrhunderts wird gemeinhin anerkannt, dass architektonische Zeitzeugen wie die Freiburger Gaskugel an vergangene Epochen erinnern, die frühere technische Nutzung vor Augen führen und ein Stück Stadtgeschichte vermitteln. Sie verkörpern heute einen hohen kulturellen Wert, zumal es immer weniger davon gibt.
 

Als Industriedenkmal und Wahrzeichen ist die Kugel für die Bürger/innen vor Ort identitätsstiftend. Es gilt, dieses kulturelle Erbe für uns und die zukünftigen Generationen zu bewahren.

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